Direkt zum Inhalt

🌬️ Was bedeutet Atmungsaktivität? – Funktion & Nutzen im Sport

Andreas Lindpointner
Zuletzt aktualisiert am 08.10.2026 Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wird bei Bedarf fachlich geprüft und aktualisiert. Firmenwerte & Ethikwerte Redaktionsrichtlinien Testing Policy

Teilen

Link kopiert!

Atmungsaktivität beschreibt die Fähigkeit eines Materials, Feuchtigkeit (Schweiß) von innen nach außen zu transportieren, ohne dass Regen oder Wind von außen eindringen.
Im Sport sorgt atmungsaktive Kleidung dafür, dass dein Körper ein angenehmes Mikroklima behält – trocken, temperiert und leistungsfähig.

Kurz gesagt: Atmungsaktivität verhindert Hitzestau und Auskühlung – und ist damit entscheidend für Komfort und Performance.


✨ Definition & Bedeutung

Beim Training produziert dein Körper Wärme und Schweiß.
Wenn Feuchtigkeit nicht entweichen kann, entsteht ein Wärmestau, der deine Leistung reduziert und Scheuerstellen begünstigt.

Atmungsaktive Materialien:

  • leiten Schweiß nach außen
  • unterstützen Verdunstung
  • regulieren Körpertemperatur
  • reduzieren Reibung & Hautirritationen
  • verhindern Auskühlung nach Belastung
  • verbessern Tragekomfort bei intensiven Einheiten

Technisch wird Atmungsaktivität häufig über die Wasserdampfdurchlässigkeit (MVTR) oder den RET-Wert gemessen.
Je höher die Durchlässigkeit bzw. je niedriger der RET-Wert, desto besser kann das Material „atmen“.


🧩 Anwendung im Trainingsalltag

Atmungsaktive Materialien sind essenziell für:

  • Laufen
  • Fußball
  • Teamsport
  • Krafttraining
  • Trailrunning
  • Outdoor-Sport
  • Intervalltraining
  • Wettkämpfe

Typische Textilien mit hoher Atmungsaktivität:

  • Funktionsshirts
  • Laufjacken
  • Hybridjacken
  • Base Layer
  • Trainingsshorts
  • Kompressionskleidung

Besonders wichtig ist Atmungsaktivität bei hoher Intensität oder wechselnden Wetterbedingungen.


🔍 Häufige Missverständnisse & Fehler

„Atmungsaktiv heißt luftdurchlässig.“
Nicht unbedingt – atmungsaktiv bedeutet Feuchtigkeitstransport, nicht automatisch Winddurchlässigkeit.

„Baumwolle ist atmungsaktiv.“
Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf, transportiert sie aber schlecht ab – sie bleibt nass und kühlt aus.

„Je dünner das Material, desto besser.“
Nicht immer – moderne Membranen können dünn sein und trotzdem hohen Feuchtigkeitstransport bieten.


💡 Praxis-Tipps & Nutzen

  • Setze auf Funktionsmaterial statt Baumwolle.
  • Kombiniere mehrere Schichten, um Temperatur flexibel zu regulieren (Zwiebelprinzip).
  • Achte auf Belüftungszonen, z. B. Mesh-Einsätze.
  • Bei Regen auf Kombination aus wasser- und atmungsaktiv achten.
  • Wechsle nasse Kleidung schnell, um Auskühlung zu vermeiden.

Atmungsaktive Kleidung sorgt dafür, dass du dich selbst bei intensiven Einheiten trocken, leicht und leistungsfähig fühlst.


❓ FAQ – Was Sportler:innen oft fragen

Was bedeutet atmungsaktiv genau?
Das Material transportiert Schweiß nach außen und unterstützt Verdunstung.

Ist atmungsaktiv gleich winddicht?
Nein – das sind unterschiedliche Eigenschaften.

Warum ist Baumwolle ungeeignet für Sport?
Weil sie Feuchtigkeit speichert und nicht effektiv nach außen leitet.

Wie erkenne ich hohe Atmungsaktivität?
An technischen Angaben wie MVTR oder RET-Wert sowie an Mesh-Einsätzen.

Brauche ich atmungsaktive Kleidung auch im Winter?
Ja – besonders dann, um Schweiß abzuleiten und Auskühlung zu verhindern.


🔄 Aktualisierung zum Beitrag vom 08.10.2026

Bei Atmungsaktivität ist vor allem eine technische Präzisierung wichtig: Atmungsaktiv bedeutet nicht automatisch, dass ein Material gleichzeitig wasser- und winddicht ist. Diese Eigenschaften müssen getrennt betrachtet werden. Eine sehr luftige Trainingsschicht kann Feuchtigkeit gut ableiten, bietet aber möglicherweise kaum Schutz vor Wind oder Regen. Eine wetterfeste Membran kann dagegen Schutz bieten, beim Feuchtigkeitstransport aber anders reagieren.

Auch beim Begriff „Schweiß nach außen transportieren“ lohnt sich eine genauere Einordnung. Feuchtigkeit wird nicht einfach aktiv aus dem Material gepumpt. Entscheidend sind Materialstruktur, Verdunstung, Temperaturunterschiede und der Feuchtigkeitsgradient zwischen Innen- und Außenseite. Gerade deshalb funktioniert atmungsaktive Kleidung am besten, wenn die einzelnen Schichten sinnvoll zusammenspielen.

Für die Praxis hilft diese Einordnung:

✅ Baselayer für schnellen Feuchtigkeitstransport
✅ Midlayer für zusätzliche Wärme bei kühleren Bedingungen
✅ Außenschicht nach Wind- und Wetterschutz auswählen
✅ bei intensiven Einheiten Belüftungszonen und Reißverschlüsse mitnutzen
✅ Kleidung an Temperatur und Belastungsintensität anpassen

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die technischen Kennzahlen. MVTR und RET können bei der Einordnung helfen, sind aber nicht immer direkt miteinander vergleichbar. Unterschiedliche Testverfahren können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Ein einzelner Zahlenwert sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern immer gemeinsam mit Einsatzzweck, Materialaufbau und Schnitt.

Auch Baumwolle sollte differenziert betrachtet werden. Sie kann sich im Alltag angenehm tragen, nimmt beim Sport aber vergleichsweise viel Feuchtigkeit auf und trocknet häufig langsamer als typische Funktionsmaterialien. Bei intensiven oder längeren Einheiten kann sich das besonders bei kühlem Wetter bemerkbar machen.

Im Winter bleibt Atmungsaktivität deshalb genauso relevant wie im Sommer. Wenn Schweiß nicht ausreichend entweichen kann, wird Kleidung von innen feucht. Sinkt anschließend die Belastungsintensität oder stehst du längere Zeit, kann sich das schnell unangenehm anfühlen. Genau deshalb sollte Winterbekleidung nicht nur warm, sondern auch passend zur Belastung gewählt werden.

Unterm Strich ist Atmungsaktivität keine einzelne Produkteigenschaft, sondern Teil eines gesamten Bekleidungssystems. Material, Schichten, Wetter und Trainingsintensität müssen zusammenpassen. Wer diese Faktoren gemeinsam betrachtet, erreicht deutlich zuverlässiger ein angenehmes Körperklima beim Sport.

Zurück zum Blog